"Was immer Du tun kannst oder träumst es zu können, fang damit an"

29Mai
2011

Aramitan-Favela streichen, Kindergeburtstag

Hier kommt noch ein Eintrag, der eig schon ein bisschen viel früher kommen hätte sollen.
Allerdings war damals so viel, dass es einfach unter gegangen ist.
Es geht um eine Aktion in Embu Guacu, einer Stadt außerhalb von Sao Paulo.
Dort gibt es ein Projekt, Aramitan, das in enger Zusammenarbeit mit Horizonte Azul steht, allerdings nicht zu uns gehört.
Dort haben sie einen Nachmittag eine Aktion gestartet die Favela zu verschönern und einen Teil zu streichen. Hier gab es auch mal eine ähnliche Aktion, in der alle Kinder mithelfen durfen Wände zu bemalen und das Gesamtbild der Favela zu verschönern. Dort war es aber ein bisschen anders und es kamen sogar Künstler um sich dort zu verewigen. Einige von ihnen waren wirklich unglaublich gut! Graffiti, Farbe, alles durfe verwendet werden. Hier ein paar Auszüge von den Ergebnissen:

Ich,Elisa,Lea

Leider sind wir nicht ganz bis zum Schluss geblieben und haben die Bilder alle ziemlich am Anfang gemacht :P

Danach gings auf den Eisenbahnschienen entlang zum Projekt, wo wir den restlichen Nachmittag verbracht haben.


Am nächsten Tag war ich mit meiner Gastfamilie auf einem Kindergeburtstag von deren Verwandten. Die 2 Kinder wurden 6 und 8 Jahre alt. Das erste was mich schon etwas gewundert hat war, dass die Feier erst so um 8 Uhr abends abgefangen hat. Nun gut, wir waren gegen 9 da und es war noch reges Kindertreiben vorzufinden.
Die kleineren lagen in den Armen ihrer Mütter und waren ganz vergnügt.
Am Anfang wurde einem alle 5 Minuten Essen angeboten und kurz darauf begann die Musik zu spielen. Allerdings nicht Rolf Zuchofski, wie das bei uns so war, sondern das erste Lied war gleich mal „ Like a G6“, und in der Art gings dann weiter.
Die Kinder sind alle ordentlich darauf abgegangen, ab ca 2 Jahren. Kurz darauf wurde auch schon Funky aufgelegt und die 4-jährigen Mädchen fingen an ordentlich mit ihren Hintern zu wackeln; aber nicht so wie bei uns, sondern das ist wirklich um einiges krasser hier.

05Mai
2011

Ilhabela, Feira dos trabalhadores

An Ostern hatten wir hier von Donnerstag bis Sonntag frei : )
Ich wurde von Luiz, ein Brasilianer, der mit einer Freundin, Mimi, zusammen in der Schule hier war, eingeladen mit ihm und ein paar Freunden für die Tage auf Ilhabela zu fahren. Die Insel liegt ca. 3-4 Autostunden weg von Sao Paulo.
Dort hatten wir 2 kleine Strandhäuschen, direkt am Strand, in denen wir die Tage verbracht haben.
Fast alle konnten sogar deutsch, weil sie zusammen auf der Schweizer Schule in Sao Paulo waren, allerdings wurde zu 95 % portugiesisch geredet. Das war eigentlich auch gar nicht schlimm, weil ich erstaunlicherweise so gut wie alles verstanden habe. Das Favela portugiesisch ist wirklich viel schwerer zu verstehen.
Dort haben wir die Zeit viel am Strand verbracht, gelesen, gequatscht, gebadet,gefeiert und gegrillt. Waren sehr entspannte Tage : )
Häusschen1 Häusschen2:)

 

Die Woche drauf, dieses Wochenende, hatten wir am 1. Mai die „Feira dos trabalhadores“.
Ein Fest, dass die Arbeit der Arbeitenden ehren soll. Das ganze wurde bei uns auf dem Campus organisiert mit verschiedenen Ständen, die Schmuck, Holzarbeiten und andere Handarbeiten verkauft haben;
Es gab wie immer viel zu essen und einen Tausch-Markt, über den viele verwundert waren, weil man hier normal immer alles kaufen muss. Banca de Troca, der Tauschmarkt
Wir haben 300 Zimtschnecken gebacken und ca 100 verkauft :D das heißt wir hatten am Sonntag abend noch 2 volle Schüsseln…
...haben aber unerwartet schnell Beine bekommen.Luiz mit unseren Zimtschnecken

Die „Jovens“ ,die Jugendlichen von unserer Einrichtung, haben Kuchen und Säfte verkauft, dessen Einnahmen für ihre Reise am Ende des Jahres verwendet werden; wir geben unsere Zimtschnecken-einnahmen auch dazu.  
Kuchenverkauf der Jovens

Angeboten wurden auch verschiedene Workshops, „Oficinas“ wie,  
Holzschnitzen, Armbänder pflechten, Schmuckwerkstatt nur mit Holz, Macrame, Zeichnen, etc.

Flechten mit NaturmaterialienUnser Festplatz

Sämtliche Workshops und Stände waren von Leuten aus Horizonte Azul oder der Comunidade.  
Das Fest war wirklich schön, wir hatten super Wetter bis kurz vor Ende und die Leute sind von jung bis alt von überall gekommen- tolle Stimmung.
Allerdings war ich ziemlich übermüdet von den letzen Tagen, da hier immer unglaublich viel los ist.

Silvana, meine GastmutterLea und HannaElisa, Natalia(unsere Koordinatorin),ichCidao, arbeitet in der Reciclage mit uns Sandra, eine Köchin hier Agito

Nächstes Mal werd ich mal ein bisschen was von der Einrichtung hier zeigen; ich habe grade gemerkt, dass ich davon eigentlich noch gar nicht richtig berichtet habe.


07April
2011

Praia Branco, Sao Thome das letras:)

Jetzt is es wirklich schon ein bisschen ang her, dass ich geschrieben habe, aber es is so viel passiert, ich kann gar nicht alles schreiben..... :)

Als noch die Volus von YIP noch da waren sind wir an einem Wochenende an den Strand, Praia Branca.
Allerdings war es nicht wie man sich das so vorstellt mit azul blauem wasser und weißem Sandstrand, sondern es hat mich so bisschen an die Nordsee erinnert:)
am hafen Die 3 YIPis und ich

Um an den Strand zu kommen mussten wir erst mit einem Boot auf die Insel übersetzen und den Berg zu Fuß überqueren um auf die andere Insel Seite zu kommen.
Dort war hinter uns nur Wald und vor uns das Meer, ohne autos und nur ein paar bars, falls man doch Hunger kriegen sollte.
Und wir haben keine 5 stunden dort hingebraucht:) ein richtiger Kurztrip:)
Mein Zeitgefühl hat sich hier schon komplett geändert und alles was in unter 2 stunden Busfahrt erreichbar ist, ist fast schon komisch...:P :)
Die 3, die auf einem der Bilder zu sehen sind, sind leider schon wieder zurück in Schweden und ich wohne wieder alleine in meinem Häuschen.
Am Anfang wirklich komisch, aber dadurch dass die Kinder von meiner gastfamilie eh immer bei mir sind, is es nicht ganz so leer.

Ein ander Mal waren wir nochmal in Minas Jerais und zwar in dem Ort Sao Thome das letras.
Ein scheinbar magischer Ort mit einem Haufen alternativer Leute, sogar die Kinder sehen alternativ aus :)
Marcellos(oben auf Bild)Mutter hatte den Trip mit einer großen Gruppe organisiert und wir hatten das Glück, dass noch ein paar Plätze im Bus frei waren.
Freitag abend um 9 gings los, und samstag morgen um 4 waren wir dort.
Die Reisebusse hier sind aber wesentlich gemütlicher als unsere und dw konnte man wunderbar schlafen.
Über das wochenende waren wir in Grotten, bei Wasserfällen, Sonnenauf-und untergängen und haben die Freiheit dort ohne Buss und Stadtlärm genossen.
So weit das auge reicht nur Land und Wald, keine Stadt in Sichtweite.

Hier ein paar Bilder von Sao Thome:)
Sao Thome

Und von unseren Ausflügen, wirklich nur eine kleine Auswahl.
Der Grottenanfang, drinnen wars zu dunkel für Bilderbeim baden im wasserfall:)

Ich lad später noch ein paar hoch aber jetzt muss ich dringend zu den Kindern, ich bin eh schon ein bisschen spät dran......

11März
2011

KARNAVAL

Meu canto, meu canto, meu canto vai ecoar… aaaaaaaaaaaaamor,

Sou Tom Maior de coracao,

bate forte no meu peito…sao bernardo

nas cores do meu pavilao ……. 

Der Anfang des Liedes, dass wir im Karneval  im Umzug im Sambadrom gesungen haben : )
Das ganze war alles ziemlich genial. Freitag morgen bin ich zu Caroline gefahren, die im Norden Sao Paulos wohnt. Ich wurde netterweise das letzte Stück mit dem Auto gefahren. Ich wusste nicht genau wo ich hin muss und  Fabiana, eine Brasilianerin, die ich am Busbahnhof kennen gelernt hab, hat mich dort hin mitgenommen. Echt praktisch. Dort kam ich an und wir sind den ganzen Tag durch die Gegend gedüst um unsere „Fantasias“, die Kostüme, anzuprobieren und umnähen zu lassen+ alles mögliche andre zu organisieren.
Um 6 Uhr gings los zum Sambadrom, und wir haben 2-3 Stunden für keine 20 km durch die Stadt gebraucht, Stop and Go durchgehend.
Um halb 10 waren wir dort und habens mit unserm Peruer, dem Bus, in die abgesperrte Zone geschafft. Dort wurden Caroline und Ich plötzlich rausgeschmissen und sie meinten: „Ja geht mal in die Richtung“. Pamela, die noch im Auto war, musste nämlich noch woanders aufwendig mit riesen Kostüm hergerichtet werden.
Glücklicherweise hat uns einer von den Organisatoren von Tom Maior aufgegabelt und in eine Richtung geführt. Dort standen wir etwas verloren zwischen lauter verkleideten Menschen und waren beschäftigt alle möglichen Leute abzuwimmeln. Iwann haben wir welche im selben Kostüm gesehen und sind schnell zu denen hin. Zu dem Zeitpunkt hatten wir nur eine dünne Hose und ein bauchfreies Top an und es war ewig kalt. Hinter denen her sind wir zu einem der 30 Stadtbusse, die die Samba Schule für den Karneval gemietet hat. In denen wurden sämtliche Kostüme und Leute transportiert.
Wir waren so überrascht als wir auch eins von den grooooßen Fantasias bekommen haben! Wir dachten wir bekommen noch ein paar Fransen für die Arme aber nein, wir hatten ein Teil was man sich auf den Rücken setzt. Sooo genial! 100 Leute gibt es immer pro Kostüm und insgesamt laufen bei einer Samba Schule, also zumindest bei meiner, 3000 Menschen mit.

 ein paar mehr bilder kommen noch...:)


Daraufhin haben wir uns in die Reihe die zum Sambadrom hinführt eingereiht. Ziemlich lang haben wir hinein gebraucht, weil es war immer gehen – stopp – gehen- stopp.
Kurz bevor wir drin waren begann schon unser Lied zu spielen und die ganze Menge hat angefangen sich zu bewegen. Wow, die Stimmung war einfach genial! Und als wir am 2. Scheinwerfer vorbei waren und 1000e von Menschen auf uns runter geschaut haben! Wahnsinn! Es hat so Spaß gemacht da mitzumachen!  Das mit dem Samba wird auch immer besser auch wenn ich meinen Körper noch nicht  100 mal pro sekunde shaken kann…:P
Manche von den ganz großen Kostümen wiegen bis zu 15 Kilo, und eine von uns ist danach auch zusammen gebrochen, weil sie keine Luft mehr bekommen hat, aber sonst is generell alles super gelaufen.

Die Nacht sind wir noch bisschen dort rumgelaufen und haben uns andere Samba schulen vor ihrem Auftritt angeschaut : ) Eigentlich wollten wir noch Tickets kaufen für den Abend, aber von dem Straßenhändler, der noch welche hatte, wurde uns abgeraten…:P

Als ich nach Hause kam am Nächsten Tag waren unsere Pläne für die nächsten Tage umgworfen worden. Eig wollten wir nach Parati, ein kleiner Ort am Meer, anstatt dessen sind wir jetzt nach Extrema in Minas Jerais, dem Nachbarstaat von Sao Paulo, gefahren. Dort haben wir bei Paulo gewohnt, einem Brasilianer, der in einem Theater Projekt hier arbeitet. Dort waren wir zu 4. Elisa,Lea,Marie,Ich


Die Stadt ist vom Busbahnhof Tiete in SP ca 2 Stunden weg und liegt mitten zwischen Bergen und Wald. Wirklich ganz anders wie hier und richtig schön.

gerade angekommen Blick auf die eine Seite der stadt, leider war da Wetter nicht so gut die tage....andere Richtung Straße hoch Richtung

Die kommenden Abende waren wir eigentlich jeden Abend am Hauptplatz und ham schön Karneval gefeiert :)
Dort gab es auch jeden Abend Umzug mit Fantasias und Wägen, alles ein bisschen kleiner als in SP, aber trotzdem ziemlich cool.

Schon ziemlich jung wird mitgetanzt.......und bis ins hohe alter....

Dort gibt es auch so eine Sache, dass sich die Jungs wie Mädls verkleiden und darafhin ziemlich abgehen, ich hab mal 2 Bilder ausgesucht......
Marie und einer von denen......


Wir haben viel getanzt, bzw versucht tanzen zu lernen, wie die hier, was einfach echt krass ist! ich habe gelernt...:)
Ich hätte mal ein Video machen sollen, wenn ich nochmal die Möglichkeit hab, machs ichs. Vor allem die Jungs hier tanzen unglaublich, da könnten sich die Deutschen echt mal ne Scheibe abschneiden bitte : )  Die Tage mussten wir viel portugiesisch reden, weil hier eig so gut wie keiner englisch redet, was ziemlich gut war, wenn auch nicht immer so leicht.
Hier sind noch ein paar Bilder von den Leuten mit denen ich hier so unterwegs bin, und war :)

wir waren bereit :D Paulo und Lea Mädls, die auch mit uns unterwegs wan Marie, eine von den Figuren die überall rumgelaufen sind, und Ich Die Menge Die Jungs bei denen wir gewohnt haben, außer der rechte der ganz linke hat uns jeden Abend verfolgt, war aber total witzig :D Elisa und Lea, 2 dt Volus

21Februar
2011

Lost in Sao Paulo....

Das wird jetzt eine bisschen längere Geschichte....

 

Caroline, eine Freiwillige in einem anderen Projekt hier, hat mich vor einer Woche gefragt, ob ich mit ihr zusammen im Karneval im Umzug im Sambadrom mitlaufen möchte. Fand ich ne richtig gute Idee und meinte gleich JA : ) Wir würden nicht irgendwelche Vortänzer sein, aber wir wärn mittendrin dabei.

Gut dafür musste ich aber letzte Woche gaaaanz in den Norden von Sao Paulo fahn, wo ich noch nie war und es ewig dort hin dauert, weil die Stadt hier ja wirklich riesig ist. Alleine, weil hier von meinen Leuten keiner mitmachen wollte, bin ich um 7 losgestartet.

Nach vielen Bussen und Metros, war ich in Barra Funda, wo sie meinte, dass dort jeder die Tanzschule Tom Maior kennt. Ich hab ein paar Leute gefragt und keiner kannte sie, bzw schickten mich alle in verschiedene Richtungen als ich ihnen die Adresse zeigte. Jaaa,Gute Vorraussetzung. Nachdem ich bei 2 Infozentren gewesen war, mich ein Typ von dort auf englisch angesprochen hatte ob ich Hilfe bräuchte und mich noch mit paar andren Leuten  versichert hatte, war ich endlich an der Busstation von der mein Bus gehen sollte. Ich war ziemlich stolz, dass ich fast pünktlich in 5-10 min da sein würde:)
Nach einer Weile im Bus kam mir die ganze Sache aber irgendwie nicht mehr so ganz richtig vor,…ich war auf einer Autobahn gewesen, in einem Art Industriegebiet und jetzt fuhr der Bus durch irgendwelche dunklen Gassen und es waren schon längst 10 min vorbei…. Nun ja ich hab den Busfahrbegleiter, der, der abkassiert, gefragt ob er mir sagen kann, wann ich bei der Station von der Straße bin und er meinte ich sei ganz im falschen Bus. -.-
Die Station, die mir gesagt wurde, wäre nämlich erst in 50 min gekommen. Das mit der Auskunft is hier echt nicht so der Wahnsinn. Gut, ich hab mich so gut es ging in portugisiesch versucht mit ihm zu verständigen, wie ich denn am schnellsten wieder zurück komme, weil mitllerweile wars auch schon 10 Uhr. Ich entfernte mich immer weiter und weiter bis er irgendwann meinte, ja hier vorne gehst du ein bisschen rechts und da kommt dann gleich ein Bus. Okay, ausgestiegen, ka wo ich war, und bin dort hingelaufen, gelaufen und gelaufen, aber überall war nichts. Links von mir die Autobahn und lauter Auf und Abfahrten und rechts dunkel und Industriegebiet. Alle Straßen waren total dunkel und es war einfach sau unheimlich und ich hatte wirklich das erste mal richtig Angst. Nachdem ich in Verzweiflung einfach weiter lief kam irgendwann eine Tankstelle, meine Rettung! Sehr viel länger hätt ich glaub ich auch nicht durchgehalten….
So schnell wies ging bin ich da rein und habe mich erkundigt, wie ich zurück komme. Die meinten 2 mal umsteigen und der Bus geht gleich da vorne. Da vorne hatte ich aber schon gewartet und es ist kein Bus gekommen. Verzweifelt bin ich also aus dieser Tankstelle raus, wo ein Taxi stand. Da dacht ich mir, dass nehm ich jetz und hab den Typen der daneben stand gefragt. Der war aber nicht der Fahrer, sondern er und sein Freund waren aufm Weg zu ihrem Hotel
2 Photographen aus Rio, Fabio und Louis, die geschäftlich in Sao Paulo waren. Ich hab mich ein bisschen mit denen unterhalten, die konnten zumindest mal englisch, und meinten ich kann mit ihnen mitfahren und dann das Taxi einfach weiter nehmen..
Als wir am Hotel waren ham sie mich gefragt ob ich nicht noch schnell mitkommen will, wir alles klären wo ich hinmuss und ich dann weiter fahre, damit ich nicht noch mal verloren gehe. In dem Moment war ich ziemlich dankbar, weil ich einfach echt „lost“ in einer riesen Stadt war; im nachhinein hab ich mir nur gedacht, dass hätte auch nicht so gut ausgehen können, aber es ist ja gut ausgegangen. Ich bin mit denen mit und wir haben versucht die Tanzschule zu erreichen. Das größte Problem war nämlich, dass Caroline hier kein Handy hat und ich sie nicht einmal erreichen konnte.

Die waren echt super nett und haben mir ne Nummer gegeben, dass ich sie kostenlos anrufen kann und sie zahlen, falls ich Caroline nicht finde( Ich hatte nat. wieder nicht genug Geld am Handy für Anrufe in andere Netze wie nach Rio). Um 11 wollte ich dann aufbrechen, hab mich aber doch umentschieden, weil ich nicht so gern noch mal allein rumlaufen wollte mitten in der Nacht. Sie meinten auch die ganze Zeit zu mir ich kann bei ihnen hier schlafen, das wäre kein Problem. Das größte Problem hier ist nämlich dass alle Busse und bahnen um 12 aufhören zu fahren und ich über 3 Stunden zu mir gebraucht hätte. Eig war ja mein Notplan, ich such Caroline, penn bei ihr und fahre am nächsten morgen heim. Am nächsten Morgen haben wir telefoniert und ich war glücklich, dass ich gestern Nacht nicht mehr los bin, weil sie schon um halb 11 Uhr heim is.

Naja, das war noch nicht alles….Einer der beiden,Louis, meinte, es wäre besser wenn ich bei seinem Bruder, der in Sao Paulo arbeitet, schlafe, weil da hätte ich ein Bett. Er meinte sie gehen noch kurz in ne Bar davor und dann fahren wir dort hin. Ich war eh nicht müde und bin mit ihm mit. Das hört sich jetzt vielleicht ziemlich verrückt an, aber ich hab mir das echt alles gut überlegt. So, im Endeffekt, war die Bar einer der größten und besten Clubs in Sao Paulo. Alle, die davor standen, waren komplett aufgetakelt und schick, ein Wunder, dass die Mädls überhaupt noch was an hatten und ich, komplett fertig von der Odyssee in meinen letzten Klamotten… ja ich kam mir anfangs wirklich ein bisschen unpassend vor.
Aber des war denen egal und wir wurden durch die Menge durch von seinem Bruder reingeführt. Der hatte mit paar Freunden den ganzen VIP Bereich gemietet. Ich konnte alles haben was ich wollte, war etwas überrumpelt von der ganzen Situation, und sie haben alles komplett für mich gezahlt. Der Abend war echt mega nice und lustig, ich konnte es alles nur irgendwie nicht so ganz glauben. Um 4-5 sind wir zu denen heim und am nächsten morgen mussten die beide arbeiten. Ich hab mir nen Bus nach Hause gesucht, ich weiss nicht wo genau ich in dem Moment war, aber auf jeden fall im Zentrum.  
Ich war echt froh, wieder zuhause zu sein, und ich glaube ich werde nicht mehr alleine rumfahren, also zumindest nicht in Gegenden, die ich nicht kenne.
Generell ist alleine fahren hier nämlich nicht so gefährlich wie viele sagen und auch nachts geht das ganz gut, nur man muss halt wissen, wo man hinwill, was ich eig immer weiss.

Seitdem bin ich aber ein bisschen ängstlicher, Samstag musste ich abends auch noch alleine wo hin, und fühlte mich nicht soo 100 % sicher.
Und ja, Brasilianer sagen immer, dass sie wissen wo es lang geht, auch wenn sie aber auch so gar keinen Plan haben, nur um helfen zu können.

Das war ein kleines Erlebnis- immerhin Glück im Unglück.

18Februar
2011

Bilder

 

Blick auf meinen HauseingangDie Küchevor dem Haus, genau dahinter wohnt meine Gastfamilieaus dem Haus raus, rechts unten ist das haus meiner gastfamilie

hier sind jetzt ein paar bilder von dort wo ich wohne :)


Mittlerweile habe ich auch schon einen stundenplan bekommen. Ich arbeite jetz hauptsächlich mit so 3-4 jährigen,auch mal mit den ganz kleinen und sonst noch die generellen anderen Sachen, wie Küche, Garten und Wertstoffhof.
DIe erste echte Arbeitswoche lief eigentlich ganz gut:)

15Februar
2011

A vida no Brasil....

Die erste Woche hier war ja ziemlich entspannt und wir hatten ein bisschen Zeit uns hier an alles zu gewöhnen. Die letzten 2 Wochen hatten wir die Möglichkeit in alle Bereiche, die es hier gibt einmal reinzuschaun,quasi hatte ich von 1-jährigen bis 14.-jährigen alles dabei. Insgesamt gibt es hier 3 Bereiche. Einmal die Creche, Kinder von 1-7, die Nossa Ceranda, Kinder von 7-14 und die Tecedo Futuro, eig Jugendliche von 15-18, mittlerweile aber sogar bis 24. Die Bereiche schließen Krabbel gruppe, Kindergarten, Schule, Nachmittags Betreuung, und für die älteren, Ausbildungen in verschiedenen handwerklichen Bereichen ein. Das Schuljahr hier beginnt immer im Februar, was bedeutet, dass viele der ganz kleinen hier zum 1. mal sind und deswegen nur weinen, was ziemlich anstrengend ist. In einer Gruppe sind meistens um die 20 Kinder, wenn nicht sogar mehr. Mit den bisschen älteren(2-5) muss man sich beschäftigen,sie freuen sich über alles. Vor allem reden sie in einem Tempo auf einen ein, bei dem man einfach keine Chance hat irgendetwas zu verstehen- aber es geht trotzdem irgendwie : ) In der Schule, der Pre-escola, hätte ich arbeiten sollen, die fängt aber erst nächste Woche an. Das ist eine ganz große Sache mit dieser Schule, weil sie seit 30 Jahren versuchen, dass diese Schule staatlich anerkannt wird. Dieses Jahr ist es soweit. Das Problem war nämlich, dass Waldorf Schulen hier in Brasilien sehr teuer sind und nur priviligiertere Kinder dort hingehen können. Die Schule hier sollte aber nichts kosten, da die Familien in der Favela nicht das Geld dazu haben. Jetzt haben sie es endlich geschafft und nächstes Wochenende wird es eine große Eröffnungsfeier geben. Für die 7-14 jährigen gibt es zudem eine nachmittags od vormittags betreuung. Dort bekommen sie zu essen, können spielen, malen, basteln, was immer sie wollen. Überall hab ich natürlich auch geholfen aufzuräumen, zu spülen, oder was sonst so angefallen ist. In dem Bereich für die älteren arbeiten keine Freiwilligen, da die dort eine richtige Ausbildung bekommen. Außer mit den Kindern, arbeiten wir auch in der Küche, der Reciclagem-eine Art Wertstoffhof und dem Garten, der ca 3 Fußballfelder groß ist. Vielleicht ist er auch größer, aber das kann ich nicht so gut einschätzen, da er sich mit dem Wald iwann verläuft. In diesen 3 Bereichen muss man jeweils 1x die Woche arbeiten. Meine Arbeit im Garten bestand daraus 4 h lang bei 35 Grad unkraut zu pflücken, Küche ist Küchenarbeit und in der Reciclage machen wir Mülltrennung. In Zukunft werde ich aber nur in einem der 3 Kinder-Bereiche arbeiten,damit die Kinder sich auch einen gewöhnen. Momentan habe ich noch keinen Stundenplan, weil hier noch nicht alles geregelt ist, weil das Jahr erst grade begonnen hat. Aber diese Woche muss ich wohl zu den 1 jährigen, was ich aber nächste Woche ändern werde..... Das Leben hier ist sonst ziemlich anders. Die Kinder sind um 12 Uhr nachts auch noch alleine auf den Straßen unterwegs, es ist immer,überall und zu jeder Uhrzeit Musik und es ist einfach nie ruhig. Außer es gibt mal wieder einen Stromausfall, was so ca 2mal die Woche passiert -- da ist es dann auf einmal fast schon unheimlich still. An den Wochenenden sind wir meistens unterwegs, oft bei den Freiwilligen aus Monte Azul. Letztes Wochenende waren wir auf einer Favela Party, was auch ziemlich anders ist. Mitten in der Favela in einem kleinen hinter Hof, umringt von vielen kleinen Häuschen, wird die Musik in voller Lautstärke aufgedreht. Es wird hier viel Funky gehört, eine ziemlich aggressive Art der Musik, in der es nur um Gewalt, Drogen und Sex geht, dementsprechend wird auch dazu getanzt. Bei den Melodien und den Rhytmen denkt man das zu erst gar nicht. Wir hatten auch unser erstes "Churrasco"-was so viel bedeutet wie, man grillt den ganzen Tag und isst den ganzen tag, wenn man will. Das Rindfleisch wird in kleine Stücke geschnitten, mit Farrofa(getrockneter Mandioka) bestreut und rumgereicht und so geht das länger dahin:) natürlich noch mit allen möglichen anderen beilagen und caipirinha. Dazu haben die Brasilianer bei denen wir waren gesungen und alles mit Gitarre, Drumbox und allem was dazu gehört begleitet. Man kam sich schon ein bisschen wie in einer anderen Welt vor, auf einer Terasse in der Favela mit Blick auf riesen Sao Paulo. Letztes Wochenede waren wir auf einem Konzert von Manu Chao-for free- wo wir zufällig unglaublich viele Leute getroffen haben die wir kannten:) Wirklich komisch, wenn man grade mal 3 wochen in einer 20 mio stadt ist und dann zufällig Leute auf einem Konzert im letzten winkel von Sao Paulo trifft. Im hab auf dem Laptop hier momentan keine Bilder, aber die lade ich in den nexten paar tagen mal hoch:)

04Februar
2011

Erste Schritte...

Nach einer aufregenden Fahrt zum Flughafen bin ich jetzt letztendlich sehr gut in Sao Paulo angekommen.
Am nexten morgen gings gleich los mit 2 anderen Freiwilligen auf eineFahrrad Tour ins Stadtzentrum von Sao Paulo. Das ist eig lebensgefährlich, aber weil an dem Tag der Geburtstag von Sao Paulo war, war nicht so viel Verkehr und einige Straßen waren gesperrt.  Ziemlich viele Autos, Gestank und schwüle Luft den ganzen Tag.  Nach ein bis zwei Stunden Fahrt sind wir im Park Ibirapuera angekommen und haben dort gepicknickt, Cocos Wasser getrunken und Frisby gespielt.  Da hier alles riesig, unübersichtlich und nicht für Fahrrad Fahrer geeignet ist, haben wir uns einige Male verfahren bis wir an den Fluss kamen an den wir wollten, der nicht gerade unweit vom Park entfernt war.  Fluss konnte man es schon fast nicht mehr nennen, sondern eher eine riesen Kloake, wo jeder alles reinwirft was er nicht mehr braucht und einige Kanalrohre auch noch reinführen.  Der Fahrrad weg hatte nur 2 Ausgänge weswegen wir ihn ganz fahren mussten, was eigentlich nicht der Plan gewesen war. Nochmal 15 km, nach einem Tag bei 35 Grad, waren natürlich dann auch ein Klacks für uns….Wir, ich glaube ich kann wirklich von allen sprechen, waren sehr froh als wir endlich einen frischgepressten Fruchtsaft trinken konnten.
Abends gabs mal gleich Reis mit Bohnen, was  ganz lecker schmeckt und es jeden Tag mittags und abends gibt. Wir trinken hier auch das Leitungswasser, was uns abgeraten wurde, aber alle anderen hier trinken es auch und uns geht’s auch noch gut. lea und ich beim fruehstueckenrechts in die strasse rein wohne ich

Jetzt mal zu dem wo ich wohne, nämlich in dem Viertel Horizonte Azul, was sich so ziemlich am letzen Ende, am südlichen Stadtrand, von Sao Paulo befindet.  Lea wohnt für die 1. 10 Tage mit mir bei meiner Gastfamilie, weil in dem eigentlichen freiwilligen Haus noch kein Bett frei ist. Wir wohnen aber  nicht bei der Gastfamilie im Haus, wie man sich das so denkt, sondern nebenan in einem getrennten Haus mit 2 Zimmern, Küche und Bad. Gestern haben wir auch gleich ein paar wände gestrichen, um das ganze ein bisschen wohnlicher zu machen.
Das eigentliche freiwilligen Haus schimmelt von Kopf bis Fuß, bei den anderen die dort wohnen hat alles mind. schon einmal geschimmelt…. Aber wir haben ja Chlor und Alkohol, damit lösen die Leute hier nämlich jedes Problem. : )

Die erste Woche hier haben wir noch nicht gearbeitet, weil die Kinder hier noch Sommerferien hatten. Wir haben viele Leute kennen gelernt, unter anderem auch die freiwilligen aus Monte Azul, waren im Zentrum am 25 de Marco, einem Markt wo es glaub ich alles gibt und hatten schon die erste Abschiedsfeier von 2 Freiwilligen, die leider nexte Woche schon fahren. Da haben wir auch Forro tanzen gelernt, also die Anfänge, eine brasilianische Art von Tanz, ganz anders wie bei uns, aber lustig : )
Ich versteh die Leute hier auch schon zum Teil ganz gut, solange sie langsam reden.

FavelaBlick auf den See nebenan,leider nicht von zuhause aus

Generell kommt mir Sao Paulo gar nicht kriminell und gefährlich vor, sondern alle sind total fröhlich und nett. Das Busfahren ist zwar ein Abenteuer  und man muss aufpassen, dass man im sitzen nicht vom Stuhl fällt, aber generell ist es ganz sicher und man kommt wirklich in jeden Winkel der Stadt.
Wir sind auch ziemlich abhängig von Bussen weil wir mind. 1-2 Stunden fahren müssen, um iwo in nähe Zentrum zu kommen. Man kann dem Busmitfahrer, so eine Art Kassierer, auch sagen wo man aussteigen will, und er winkt einem dann zu. Ziemlich praktisch bei 2000 Buslinien : )

Das mit dem Internet hier ist alles nicht so ganz sicher, deswegen kann es manchmal bisschen dauern oder auch nicht bis ich wieder was schreib. Es gibt zwar Internet cafes, aber die Volus(=Voluntaria) hier meinten sie hätten sich Viren auf ihre email adressen und usb-sticks geholt und das will ich erst mal nicht.

Fuehlt euch alle umarmt :)